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Was ist ein Legal Entity Identifier?
Ein Legal Entity Identifier (LEI) ist ein 20-stelliger alphanumerischer Code, der Rechtsträger, die weltweit an Finanztransaktionen teilnehmen, eindeutig kennzeichnet. Nach der Finanzkrise von 2008 eingeführt, schafft das LEI-System Transparenz, indem es möglich macht, jede Partei einer Finanztransaktion zu identifizieren.
Das globale LEI-System wird von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) verwaltet und vom LEI Regulatory Oversight Committee beaufsichtigt. Bislang wurden über 2 Millionen LEIs in 200 Ländern vergeben, die Banken, Konzerne, Fonds und staatliche Einrichtungen abdecken.
Aufbau eines LEI
Ein LEI folgt dem Standard ISO 17442 und besteht aus drei Teilen.
- LOU-Präfix — die Zeichen 1–4 kennzeichnen die Local Operating Unit (LOU), die den LEI ausgestellt hat. Jede LOU ist eine akkreditierte Organisation, die zur Ausstellung und Pflege von LEIs berechtigt ist
- Rechtsträgerkennung — die Zeichen 5–18 bilden einen 14-stelligen alphanumerischen Code, der den Rechtsträger innerhalb dieser LOU eindeutig kennzeichnet
- Prüfziffern — die Zeichen 19–20 sind zwei Prüfziffern, die mit dem Algorithmus ISO 7064 Mod 97-10 berechnet werden (demselben Algorithmus, der auch für die IBAN-Prüfung verwendet wird)
Kostenlos testen – keine Registrierung erforderlich
LEI prüfen →So funktioniert die LEI-Prüfung
Die LEI-Prüfung kontrolliert die Formatkonformität und verifiziert die mathematischen Prüfziffern.
- Längenprüfung — ein LEI muss genau 20 alphanumerische Zeichen enthalten
- Zeichenprüfung — erlaubt sind nur Großbuchstaben (A–Z) und Ziffern (0–9). Keine Sonderzeichen und keine Kleinbuchstaben
- Prüfziffernverifizierung — Buchstaben werden in Zahlen umgewandelt (A=10, B=11 … Z=35), die entstehende Zahl wird per Modulo 97 geprüft, und der Rest muss gleich 1 sein
Häufige Anwendungsfälle
Die LEI-Prüfung ist im regulatorischen Finanzreporting verpflichtend und wird zunehmend auch im unternehmerischen Lieferkettenmanagement genutzt.
- Regulatorisches Reporting — MiFID II, EMIR, Dodd-Frank und andere Vorschriften verlangen LEIs für alle Gegenparteien in Finanztransaktionen
- KYC-/AML-Compliance — Banken nutzen LEIs bei Know-Your-Customer- und Anti-Geldwäsche-Prüfungen, um die Identität der Gegenpartei zu verifizieren
- Emission von Unternehmensanleihen — Anleiheemittenten müssen einen aktiven LEI besitzen, um Wertpapiere in regulierten Märkten zu begeben
- Lieferkettenprüfung — Unternehmen nutzen LEIs zunehmend, um die rechtliche Identität von Lieferanten und Handelspartnern zu verifizieren
LEI-Registrierung und -Verlängerung
LEIs müssen über eine akkreditierte Local Operating Unit registriert und jährlich verlängert werden.
- Die Registrierung erfordert die Übermittlung von Angaben zum Rechtsträger: offizieller Name, eingetragene Anschrift, Rechtsform und Rechtsordnung
- Die jährliche Verlängerung ist verpflichtend — abgelaufene LEIs werden inaktiv und können Rechtsträger daran hindern, regulierte Transaktionen durchzuführen
- Die Kosten variieren je nach LOU, liegen aber typischerweise zwischen 50 und 200 USD für die Erstregistrierung sowie zwischen 50 und 100 USD für die jährliche Verlängerung
Häufig gestellte Fragen
Wer benötigt einen LEI?
Jeder Rechtsträger, der an Finanztransaktionen mit Wertpapieren, Derivaten oder anderen regulierten Instrumenten teilnimmt, benötigt einen LEI. Dazu gehören Banken, Wertpapierfirmen, anleiheemittierende Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und staatliche Einrichtungen.
Wie lange dauert es, einen LEI zu erhalten?
Die meisten LOUs können einen LEI innerhalb von 1–3 Werktagen nach Eingang eines vollständigen Antrags ausstellen. Einige bieten eine beschleunigte Bearbeitung für dringende Fälle an.
Kann eine Einzelperson einen LEI erhalten?
Nein. LEIs sind ausschließlich für Rechtsträger vorgesehen — Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften, Trusts, staatliche Stellen und andere Organisationen. Natürliche Personen verwenden andere Identifikationssysteme.